Österreicher investierten im 1. Halbjahr 2010 insgesamt 8,8 Milliarden Euro in Immobilien. Die entspricht einen Plus von 10,3 %. Dabei liegt Wien mit über 2,36 Mrd. Euro wieder klar voran. Diese Daten präsentierte RE/MAX auf Basis der Kaufvertragssammlung von
WEBSERVICES.united.
Die Devise "Grundbuch statt Sparbuch" zeigt Wirkung: Die Österreicher investieren laut RE/MAX-ImmoSpiegel unvermindert in Grund und Boden, aber auch in Wohnungen und Häuser. 45.366 Immobilienkäufe wurden zwischen Jänner und Juni 2010 im österreichischen Grundbuch eingetragen. Dabei wechselten Grundstücke, Häuser, Wohnungen, etc. um 8,799 Mrd. Milliarden Euro die Besitzer. Das entspricht einer Erhöhung des Handelswerts um 10,3% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Wertmäßig war Wien mit 26,8% der Kaufsumme allen anderen Bundesländern voran, gefolgt von Oberösterreich mit 19,9%, Niederösterreich mit 13,6%, der Steiermark mit 10,1%, Tirol mit 9,8% und Salzburg mit 8,0%. Schlusslichter waren Kärnten mit 5,5%, Vorarlberg mit 4,9% und das Burgenland mit 1,4%.
Die meisten Immobilienkäufe erfolgten in Niederösterreich mit 21,6% (9.771) gefolgt von Wien mit 17,6%, Oberösterreich mit 14,6% und der Steiermark mit 13,9% der Gesamttransaktionen. Die anderen Bundesländer liegen anzahlmäßig zwischen 5,2% und 8,6%. Der Geschäftsführer von RE/MAX Austria, Bernhard Reikersdorfer, MBA,
rechnet aufgrund der guten Rahmenbedingungen auch im 2. Halbjahr mit einer positiven Entwicklung.
Trends bei Eigentumswohnungen
Erwartungsgemäß die zahlenmäßig größte Gruppe der Immobilienkäufe
waren Eigentumswohnungen: 17.060 Wohnungen wechselten in Österreich um durchschnittlich Euro 127.210,- (im Vorjahreszeitraum Euro 121.741,-) die Besitzer. Das bedeutet im Jahresvergleich eine Steigerung bei der Anzahl der gekauften Wohnungen um 18,5% und einen Wertanstieg um 4,5%.
Auch Grundstücke erfreuten sich großer Beliebtheit: 10.651 Grundstücke im Gesamtwert von 1,22 Mrd. Euro wurden im ersten Halbjahr gehandelt. Damit stieg die Transaktionsanzahl um 19,3% an.
West-Ost-Gefälle verschärft
Alleine in Wien wurden heuer bis Juni 5.239 Wohnungen mit einem Durchschnittspreis von Euro 137.041,- (Vorjahr Euro 135.648,-) gekauft. Das sind um 20,3% mehr als im Vorjahreszeitraum. Die teuersten Wohnungen wechselten wieder in Vorarlberg den
Besitzer, im Schnitt um Euro 169.594,- (+ 5,7%), die billigsten im Burgenland um Euro 49.593,- (-13,1%). Damit ging die Schere zwischen dem billigsten und dem teuersten Wohnungsbundesland weiter auf: Während im ersten Halbjahr 2009 eine Vorarlberger Wohnung das 2,78-fache einer burgenländischen wert war, stieg dieses Verhältnis 2010 auf das 3,42-fache. "Damit hat das bekannte West-Ost-Gefälle weiter zugenommen" erklärt Bernhard Reikersdorfer, MBA, Geschäftsführer von RE/MAX Austria. Die regionalen Veränderungen sind durchaus interessant: Während Wien, Niederösterreich, Kärnten und Tirol relativ konstant blieben und vor allem Salzburg, Oberösterreich, die Steiermark und auch Vorarlberg zulegten, verlor das Burgenland an Terrain.
Einfamilienhäuser werden naturgemäß in den Bundesländern gehandelt. Mengenmäßig voran liegt Niederösterreich mit 1.172 Einfamilienhäusern zum Preis von Euro 141.596,-. Das ist ein Rückgang von 25,3% bei einem gleichzeitigen Preisanstieg von 10%. Die Preisliste für Einfamilienhäuser führt wie immer Wien vor Tirol und Salzburg an: Wien 326.825,- (+10,4%), Tirol Euro 287.202,- (+7,4%) und das Bundesland Salzburg Euro 252.226,- (+0,1%). Am günstigsten sind Einfamilienhäuser im Burgenland: Euro 87.881,-
(+6,1%).
Grundstückspreise steigen in Wien und fallen in Salzburg
Bei den Grundstückspreisen führt Wien mit Euro 276,- (+23,7%) pro
Quadratmeter, vor Tirol mit Euro 139,- (+12%) sowie den Bundesländern Vorarlberg mit Euro 124,- (+9,7%) und Salzburg Euro 107,- (-6,1%). Die günstigsten Grundstücke sind im Burgenland um Euro 17,- und in der Steiermark um Euro 30,- pro Quadratmeter zu haben. Im Bundesschnitt kostete im ersten Halbjahr ein Grundstück Euro 49,6 /m2. Die Hälfte aller gehandelten Grundstücke kostete dabei weniger als Euro 33,20 / m2.
94 Prozent des gehandelten Zinshaus-Volumens steht in Wien
Noch ein hochinteressanter Aspekt: Während die Zahl der im ersten
Halbjahr gehandelten Zinshäuser mit 405 um 13 % gegenüber 2009
gesunken ist, war der Wert mit 740,7 Mio. Euro (-1,2%) beinahe
konstant geblieben. Über 700 Mio. Euro entfielen davon auf Wien.



