Österreich

Weckruf: Nur die besten Standorte überleben

Donnerstag, 13.10.11, Gerhard Rodler

Nur wenn der Wirt­schafts­raum Wien lang­fristig ein - aus in­ter­nationaler Sicht - Top Standort bleibt, hat der Büro- und Investment­markt hier eine nach­hal­tige Überlebenschance. Denn: Die Polarisierung in Prime- und Sekundär­märkte, die die gewerb­li­chen Immobilieninvest­mentmärkte in Europa in den vergangenen zwei Jah­ren bestimmt und bei der sich Investitionen stark auf erstklassige Im­­mobilien in Kern­märk­ten konzentriert hat, wird sich in Zukunft fortsetzen und mög­li­cher­­weise noch zunehmen. Das geht aus einer aktuellen Analyse von CB Richard Ellis hervor. Sehr niedrige Zinsen auf Geldbestände und erst­klas­sige Staatsanleihen machen die An­lage in Im­mobilien attraktiv. Aber durch die andauernden wirtschaftlichen Un­sicherheiten konzentrieren sich Investoren dabei auf große, liquide Märkte mit guten wirtschaftlichen Fundamentaldaten. CBRE geht davon aus, dass ein anhaltender Wettbewerb um Core-Immobilien zu einem stabilen Preisniveau für derartige Immobilien führt. Wenn die (öffentlichen) Entscheidungsträger nicht rasch gegensteuern, wird Wien zweifelslos zu einem solchen B-Standort absacken. Die Vorzeichen – beispielsweise Ansiedlungsinteresse der internationalen Unternehmen – sind ja schon längst erkennbar. Außerhalb der Kernmärkte aber wird erwartet, dass sich sowohl die Preise wie auch die Wertentwicklungschancen – abhängig von der Qualität der Immobilien – abstürzen. Dabei werden gute Sekundärimmobilien in sich stärker entwickelnden Märkten mit einem Potenzial für Asset Management und Wertsteigerung weiterhin das Interesse für Investoren wecken können, während Herausforderungen bei der Transaktion von weniger hochwertigen Objekten oder von solchen, in weniger guten oder zentralen Lagen durch das Fehlen von Fremdkapital, bestehen. Das Preisniveau für viele Sekundärmärkte in Europa ist noch unklar, und es ist davon auszugehen, dass ein erheblicher Teil an Objekten geringerer Qualität nur bei Renditen, die auch für hoch risikobehaftete Eigenkapitalgeschäfte gelten, einen Käufer finden werden.

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