Der jeweils erste Montag im Oktober wurde von den Vereinten Nationen zum Tag der Städte erklärt. An diesem Tag finden weltweit Veranstaltungen statt, um über den Zustand der städtischen Entwicklung zu informieren und über die Zukunft der Städte zu diskutieren. Der 5. Oktober 2009 steht unter dem Motto „Die Zukunft der Stadt planen“. In Wien wird die Veranstaltung zum WORLD HABITAT Tag deshalb in der Planungswerkstatt im Rahmen der Ausstellung „In Zukunft Stadt“ stattfinden.
Schwerpunktthema bei der Veranstaltung in Wien ist die Rolle des Wohnbaus bei der Planung der nachhaltigen Stadt. Neue gesellschaftliche Entwicklungen erfordern einen neuen Zugang zur Planung von Städten. Der Klimawandel, die Veränderung des Arbeitsmarktes, die Veränderung der sozialen Rollen der Stadtbevölkerung und die Notwendigkeit der Ressourcenschonung stellen neue Anforderungen dar. Wohnbau und Planung sind Instrumente um dieser Entwicklung zu begegnen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, moderiert von DI Alexandra Vogl, MSc (Geschäftsführerin der TINA VIENNA Urban Technologies & Strategies GmbH) werden der Planungsdirektor der Stadt Wien, DI Dr. Kurt Puchinger, der Vorsitzende des Wiener Wohnbauausschusses Dr. Kurt Stürzenbecher, Mag. Dr. Wolfgang Förster von der Magistratsabteilung 50 (Bereich Wohnbauforschung), der Vorstandsvorsitzende des Verbands gemeinnütziger Bauvereinigungen, Mag. Karl Wurm, MBA sowie Mag. Philippa Tscherkassky (Wohndrehscheibe) diese Themen diskutieren.
Veranstaltet wird der Welt HABITAT Tag 2009 in Wien vom UN-HABITAT Best Practices Hub - Wien. Dabei handelt es sich um ein von der Stadt Wien eingerichtetes Zentrum, das im Rahmen einer Partnerschaft mit UN-HABITAT städtische Lösungen (Best Practices) erhebt und evaluiert und strukturiert an lösungssuchende Akteure innerhalb der Stadtverwaltungen vermittelt. Integriert ist der UN-HABITAT Best Practices Hub - Wien bei TINA VIENNA Urban Technologies & Strategies GmbH, einem Unternehmen der Wien Holding.
Best Practices Award 2010: Auch Wiener Projekte werden nominiert
Der zweite Teil der Veranstaltung in der Planungswerkstatt anlässlich des Welt HABITAT Tages in Wien ist der Vorstellung des Best Practices Programms sowie des Best Practices Awards gewidmet. Der Best Practices Award wird von der Stadt Dubai gesponsert und alle zwei Jahre an zehn städtische Programme im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung vergeben. Im Rahmen der Veranstaltung wird auch die Wohndrehscheibe, ein Projekt der Stadt Wien, das bereits von UN-HABITAT als Best Practice Beispiel ausgezeichnet wurde, vorgestellt. Das Projekt wurde 1997 vom Verein Volkshilfe, dem Integrationsfonds, dem Wohnungsberatungszentrum der Stadt Wien und kirchlichen Organisationen ins Leben gerufen und bietet Beratung und Unterstützung für wohnungssuchende Menschen mit geringem Einkommen. Durch ihre Vermittlung haben bereits rund 5.000 Menschen in über 20.000 Beratungsgesprächen eine geeignete Wohnung gefunden.
UN-HABITAT und Stadt Wien
Die Weltsiedlungsorganisation UN-HABITAT versteht sich auch als Agentur der Städte. Die nachhaltige städtische Entwicklung steht neben der Bekämpfung der Obdachlosigkeit und der Verbesserung des Lebensumfelds der Menschen an oberster Stelle ihrer Agenda. Die Planung und die Finanzierung von Planungsvorhaben wurden darin als wichtige Instrumente erkannt. Die Entwicklung vieler Städte zeigt, dass sich falsche Planungsentscheidungen oder fehlende Planung kaum mehr korrigieren lassen. Planungsentscheidungen, die heute getroffen werden, werden das Leben der Menschen noch lange bestimmen. UN-HABITAT fordert deshalb eine Neubestimmung des Begriffs und der Tätigkeit der städtischen Planung.
In europäischen Städten hat die Planung traditionell einen hohen Stellenwert. Viele Entscheidungen, die bereits vor vielen Jahrzehnten getroffen wurden, bestimmen heute das Bild unserer Städte. Gerade in Wien, wo mit dem Wald und Wiesengürtel, der Hochwasserplanung, die der Donauinsel zugrunde liegt, dem Gemeindebauprogramm der Zwischenkriegszeit und vielen anderen richtungsweisenden Planungsentscheidungen manche städtische Problemlagen durch Planungsentscheidungen entschärft wurden, ist das Bewusstsein rund um die Stellung der Planung hoch. Hier auch international Expertise zur Verfügung zu stellen, ist eine der Verpflichtungen, die in einer globalisierten Welt immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Das Best Practice-Konzept
Mit Hilfe des Best Practices Programms soll die Verbindung zwischen den Leistungen des Wiener Magistrats und den verschiedenen Institutionen der internationalen Gemeinschaft sowie der Dachorganisation UN-HABITAT hergestellt werden. Angestrebt wird ein peer to peer Konzept, in dem Kommunen direkt voneinander lernen. Das UN-HABITAT Best Practices Hub - Wien ist in das nationale österreichische HABITAT Komitee eingebunden. Weitere Informationen zum Welt HABITAT Tag 2009 bzw. das detaillierte Programm zur Veranstaltung finden Sie unter www.bestpractices.at bzw. www.tinavienna.at.



