Im niedersächsischen Cuxhaven ist heute der erste Spatenstich für die Errichtung eines Schwerkraft-Probefundaments für Offshore-Windkraftanlagen und somit ein richtungsweisender Schritt für die Realisierung geplanter Windparks in der Nordsee erfolgt. Die STRABAG SE hat angesichts der Willenserklärung der Bundesregierung, Nordsee-Windparks in größerem Umfang zu fördern, die Entwicklung und Produktion von Betonfundamenten und die Errichtung von Windenergieanlagen als ein bedeutendes Geschäftsfeld der Zukunft definiert. Als erster Schritt wird daher die STRABAG SE, basierend auf einer von der Ed. Züblin AG (eine STRABAG Konzerngesellschaft) entwickelten Lösung, ein Schwerkraft-Probefundament errichten. Roland Jurecka, Vorstandsmitglied der österreichischen STRABAG SE, die in den nächsten Jahren am Standort Cuxhaven eine Produktionsstätte zur Fertigung solcher Fundamente errichten wird, betonte die Bedeutung des ersten Prototyps in Originalgröße, der wichtige Erkenntnisse und Messdaten für die zukünftige Serienproduktion liefern soll. Gleichzeitig dankte er allen Beteiligten für die sehr gute Zusammenarbeit, insbesondere – stellvertretend für die Stadt Cuxhaven – Oberbürgermeister Arno Stabbert.
In der Serienproduktion werden die über 7000 to wiegenden Schwerkraft-Fundamente in Kainähe gefertigt, mit einem Spezialschiff zu dem endgültigen Standort transportiert und dort auf dem Meeresgrund abgesetzt. Dabei werden sowohl der Stahlmast als auch die Maschinengondel mitsamt den Rotorblättern bereits an Land im Rahmen einer industriellen Serienfertigung auf dem Schwerkraft- Fundament montiert und dann die gesamte Anlage verschifft. Damit wird der Umfang der wetterabhängigen Offshore-Installationsarbeiten im Vergleich zu allen anderen Gründungskonzepten reduziert. Weiterentwickelt und produziert werden die Betonfundamente von der STRABAG Offshore Wind GmbH.
Mit dem Bau des Schwerkraft-Probefundaments möchte STRABAG in vielerlei Hinsicht Erfahrungen sammeln. Neben Erkenntnissen zur Optimierung des Bauablaufs und der Serienfertigung erwartet das Unternehmen in der Testphase weitere Informationen über das Verhalten des Baugrundes in der Nordsee.
Bei der Standortwahl für das Schwerkraft-Probefundament, das im Grundwasser errichtet wird, war es wichtig, dass die Beschaffenheit des Baugrundes dem der zukünftigen Offshore-Windanlagen in der Nordsee möglichst nahekommt. Das Schwerkraft-Probefundament entspricht in seinen Abmessungen annähernd denen der zukünftig in Cuxhaven produzierten Serienfundamente. Es besteht aus einer kreuzförmigen Hohlkastenkonstruktion mit Außenabmessungen von 40 Metern und ist mit einer umSeite 2 fangreichen Messtechnik ausgestattet. Durch eine Belastungseinheit, bestehend aus Stahlseilen, werden während der Messreihen in langen Zeitintervallen die Belastungen aus Wind und Welle realitätsnah simuliert.
Die Fertigstellung des Schwerkraft-Probefundaments ist für das Frühjahr 2010 geplant. Die Serienfertigung beginnt voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres. Ab 2011 sollen die ersten Windkraftanlagen für das Offshore-Windkraftwerk GlobalTech I von Cuxhaven aus errichtet werden. Damit setzt sich die dynamische Entwicklung der Offshore Basis Cuxhaven ungebremst fort.



