Deutschland ist bekanntlich ein Mieterland. In meiner Heimat Norwegen liegt die Wohneigentumsquote bei etwa 86 Prozent – und damit doppelt so hoch wie hierzulande. Daran wird sich nicht viel ändern. Auch künftig wird die Mehrheit der Deutschen zur Miete wohnen. Aber: Die Nachfrage in Deutschland scheint sich gegenwärtig deutlich in Richtung Eigentum zu verschieben. Ich beobachte dies bei unseren Projekten und auch bei zahlreichen Wettbewerbern.
Nun könnte argumentiert werden: Die Zinsen sind niedrig, entsprechend ist Eigentum gegenwärtig so erschwinglich wie lange nicht mehr. Hinzu kommen die aktuellen Inflationsängste, die durch die momentane Geldpolitik befeuert wird – und Immobilien gelten als aussichtsreich, wenn es darum geht, sein Geld inflationssicher anzulegen. Beide Argumente – niedrige Zinsen und möglicher Inflationsschutz – werden seit einiger Zeit beinahe inflationär penetriert, und es ist durchaus möglich, dass sich ihre Wirkung abnutzt. Der Trend Richtung Eigentum könnte sich als kurzfristige Modeerscheinung entpuppen.
Dass die Nachfrageverschiebung in Richtung Wohneigentum aber tatsächlich substanziell ist, hat kürzlich beispielsweise das Bundesinstitut für Bau-, Stad- und Raumforschung (BBSR) bestätigt. Einer BBSR-Studie zufolge wird die Wohnflächennachfrage bis zum Jahr 2025 um rund 6 Prozent steigen – und dabei ausschließlich von den Eigentümerhaushalten getragen. Um mehr als 15 Prozent steigt die Nachfrage nach Wohneigentum, während bei Mietwohnungen ein Minus von 5 Prozent zu verzeichnen sein wird.
Dabei scheint der demografische Wandel der Immobilie in die Hände zu spielen. Deutschland wird bekanntlich älter, und gerade die älteren Jahrgänge sind gewillt und finanziell in der Lage, Eigentum zu erwerben. Während die Wohneigentumsquote in Deutschland bis 2025 auf insgesamt etwa 45 Prozent steigen wird, nähert sie sich dem BBSR zufolge bei den 60 bis 75-jährigen mit drei und mehr Personen im Haushalt einer Quote von erstaunlichen 80 Prozent. Zumindest in diesem Segment hätten wir dann fast norwegische Verhältnisse.
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