Der Lehrgang Kulturmanagement an der Universität Leipzig verbindet zum ersten Mal zwei Bereiche, die eigentlich viel miteinander zu tun haben: die Kreativwirtschaft und die Immobilienwirtschaft.
Kaum zwei Branchen sind einander so wesensfremd, wie die Immobilienwirtschaft und Kreativwirtschaft. Dabei ist die Kreativwirtschaft nicht nur selbst ein großer Flächennachfrager, sondern verfügt über viel nützliches Know-how, beispielsweise bei schwer vermietbaren Flächen, Zielgruppenmarketing oder Markenbildung.
Brückenbau zwischen Kreativwirtschaft und Ökonomie ist Ziel des Fachbereichs Kulturmanagement an der Universität Leipzig. Denn oft fehlen Benchmarks und wissenschaftlich belastbare Untersuchungen über die immobilienwirtschaftlichen Erfordernisse der Arbeitswelten der Zukunft, um hierauf konkrete Projektentwicklungen zu gründen. Auf diesem Gebiet forscht der Kulturwissenschafter und Autor Julien Reitzenstein. Doch nicht nur Berechnungen zu veränderten CO²-Emissionen pro Arbeitsplatz oder ökonomisch-soziologische Markterfassung treiben ihn um. Mit seinen Studenten untersucht Reitzenstein in diesem Sommersemester den weltweiten Trend für Arbeitsplätze für Kreative und Freiberufler: Co-Working-Spaces.
Hier treffen sich jene, die viel unterwegs sind oder ansonsten von daheim aus arbeiten. Sowohl feste Büros oder Schreibtische als auch flexible Besucher mit Tagesticket schätzen das Netzwerken in der Nähe artverwandter Berufe ebenso wie den Austausch an der Kaffeebar. Marktführer The Hub ist bereits in Wien ebenso vertreten wie der lokale Vorreiter Schraubenfabrik. Diese Form der kreativen Immobiliennutzung ist also ein Erfolgstrend bei jenen, die schon heute über entsprechendes Wissen und Brücken in die Kreativwirtschaft verfügen.
Foto: Christine Wurnig



