In Österreich lief das Investmentgeschäft im Vorjahr überraschend flau: Weil Kreditfinanzierungen für mittlere und große Transaktionen schwieriger zu bekommen, waren die Transaktionen im gewerblichen Immmobilienbereich bescheiden. Fazit: Trotz deutlich höherer Investments in Wohnimmobilien blieb das Investmentgeschäft 2011 mit insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro Volumen nur geringfügig über dem vorangegangenen Jahr, analysiert man bei EHL.
Deutschland ist indessen anders – und ganz im Gegensatz zu den Jahren davor – das bessere Österreich: Am Investmentmarkt für gewerbliche Immobilien in Deutschland wurden im letzten Jahresviertel 2011 rund 5,83 Milliarden Euro und damit ein höheres Volumen als im Vorquartal investiert. Insgesamt summierte sich das Transaktionsvolumen im zurückliegenden Investmentjahr damit auf 22,62 Milliarden Euro – gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 18 Prozent und somit das beste Ergebnis nach den beiden Rekordjahren 2006/2007.
Die Fortsetzung des konjunkturellen Aufschwungs, die gute Arbeitsmarktbilanz und ein starker Binnenkonsum demonstrieren die Robustheit der deutschen Wirtschaft auch in turbulenten Zeiten innerhalb der Eurozone. Damit festigt der deutsche Gewerbeimmobilienmarkt seine Position als einer der sichersten und stabilsten Investmentmärkte weltweit eindrucksvoll.
Dies schlug sich auch in einem entsprechend hohen Anteil ausländischer Investoren nieder, die 2011 über 7,6 Milliarden in deutsche Gewerbeimmobilien investiert haben und somit für mehr als ein Drittel am gesamten Transaktionsvolumen verantwortlich zeichneten. Gerade bei den großen Shopping-Center-Transaktionen für mehrere Hundert Millionen Euro sind die deutschen Investoren oft nicht wettbewerbsfähig.
Aber auch bei gefragten Büroimmobilien liegen die Gebote ausländischer Assetmanager mittlerweile über jenen der deutschen Mitstreiter, was die teilweise noch weiter sinkenden Anfangsrenditen in den Toplagen erklärt.
Dominierende Nutzungsart waren im Investmentjahr 2011 einzelhandelsgenutzte Immobilien, auf die rund 10,55 Milliarden Euro oder knapp 47 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens entfielen (+ 36 Prozent gegenüber 2010). Daneben wurden insgesamt 8,24 Milliarden Euro (36 Prozent) in Büroimmobilien investiert. Auf Logistik- und Industrieimmobilien entfielen 904 Millionen Euro oder 4 Prozent des Investmentvolumens.
Sonstige Nutzungsarten verbuchten einen Anteil von knapp 8 Prozent oder 1,77 Milliarden Euro, darunter Hotelinvestments in Höhe von 1,1 Milliarden Euro (oder 4,9 Prozent). Darüber hinaus wurden 1,15 Milliarden Euro (5,1 Prozent) in Entwicklungsgrundstücke mit gewerblicher Nutzung investiert. Insgesamt entfielen im Investmentjahr 2011 knapp 18,2 Milliarden Euro oder gut 80 Prozent des gesamten Investmentvolumens auf Einzeltransaktionen.
Dominierende Investorengruppe waren im vergangenen Jahr aufgrund einiger großvolumiger Deals (unter anderem das Metro-Portfolio) die Asset-/ Fondsmanager mit knapp 4,73 Milliarden Euro (20,9 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens). Daneben zeichneten Offene Immobilienfonds und Spezialfonds für 4,61 Milliarden Euro (20,1 Prozent) verantwortlich. Auf die Gruppe der Projektentwickler entfielen 3,09 Milliarden Euro (13,7 Prozent) – ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 184 Prozent. Damit zeichneten private Investoren für rund 12 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens verantwortlich. Daneben betrug der Anteil geschlossener Vehikel 10 Prozent oder 2,27 Milliarden Euro, während sich der Anteil der Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds auf 8,2 Prozent belief.
In den fünf großen deutschen Investmentzentren (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München) wurden im vergangenen Jahr insgesamt 11,07 Milliarden Euro und somit 18 Prozent mehr als im Vorjahr registriert. Insgesamt entfielen knapp 49 Prozent des gesamten bundesweiten Investmentumsatzes auf die fünf Top-Standorte. Mit einem Transaktionsvolumen von 2,89 Milliarden Euro (+ 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr) belegte Frankfurt den ersten Platz knapp vor München mit 2,85 Milliarden Euro (+ 70 Prozent), Berlin mit 2,20 Milliarden Euro (ein Rückgang um 17 Prozent) und Hamburg mit rund 2,13 Milliarden Euro (+ 9 Prozent).



